Jeder sucht nach der perfekten Traumwohnung, sie soll in einer guten Lage sein, einen guten Grundriss haben und ein willkommenes Raumklima. In der Regel müssen Mieter bei der Suche Abstriche machen, aber mit der richtigen Einrichtung fühlt man sich schnell viel wohler. Kommt dann irgendwann der Tag an dem man sich entscheidet auszuziehen, muss man sich in den meisten Fälle auf Ärger gefasst machen. Während der Übergabe der alten Wohnung bemängeln viele Vermieter Schäden im Fußboden, in den Fliesen oder an den Wänden.

Die Auflistung solcher Mängel kann lang sein. Hier ist aber besondere Achtsamkeit geboten, da die meisten solcher Schäden nicht in der Verantwortung der Mieter liegt. Sollte es sich bei einigen Schäden dennoch auf die Schuld der Mieter zu schreiben lassen, ist es oft so, dass die Vermieter auch einen Teil der Kosten übernehmen müssen. Hier liegt auch das Problem dieser Geschichte: Es ist nirgends genau festgelegt welche Schäden von wem zu tragen sind.

Daher die berechtigte Frage: Welche Schäden müssen Mieter und welche Vermieter übernehmen? Beispielsweise kann aus der Rechtssprechung entnommen werden, dass Kratzer im Fußboden dem Mieter zuzuschreiben sind. Hier ist aber zu beachten, dass es sich oft um Verschleiß handelt und deshalb keine wirkliche Schuld vorhanden ist.

Es kommt immer auf den Ort und die Sache an, an dem ein Schaden entsteht. Das Mietrecht gibt keine klare Auskunft darüber wer für welche Mängel aufkommen muss. Die Unterschiede zwischen Verschleiß/Abnutzung und Schaden werden oft zu geklärt, dass man den normal Gebrauch als Vergleich heranzieht. Diese Definition lässt in der Realität aber viel Spielraum für Streitfragen.

Verschleiß – und somit „Mängel“ die Mieter nicht begleichen müssen – sind beispielsweise: Risse oder Lackschäden an Fenstern, Farbveränderungen an Fliesen oder Amaturen sowie normale Abnutzungen in Sanitäreinrichtungen.

Schäden – und somit „Mängel“ die Mieter begleichen müssen – sind beispielsweise: Bohrlöcher jeglicher Art, durch Gewalt beschädigte Amaturen und Fronten. Der ausschlaggebende Punkt bei Schäden ist die Fahrlässigkeit, also das Handeln aus Vorsatz.

Welche Schäden übernimmt die Haftpflichtversicherung?

Verursachen Mieter Schäden aus Fahrlässigkeit, müssen sie diese begleichen. Mieter versuchen Ihre Schadenersatzpflicht oft mit einer Haftpflichtversicherung auszugleichen. In den meisten Fällen lehnen die Versicherungen diesen Ausgleich ab. Mit der Begründung, dass der Tarif keine Mietsachschäden in der Leistung beinhaltet. Somit greift die Haftpflichtversicherung in solchen Fällen nicht.

Auch gibt es keine Garantie, dass die Schäden übernommen werden, wenn eine Versicherung für Mietsachschäden vorliegt. In den meisten Fällen liegt für Versicherungen ein Leistungsausschuss vor.

Unser Tipp: Vermieter können im Fall von Schäden grundsätzlichen Schadensersatz verlangen. Die Rechtssprechung sieht aber vor, dass ein Ersatz von alt auf neu erfolgen muss. Somit muss der Schaden auf Grundlage der Lebens- und Nutzungsdauer abgemildert werden. Beispiel Kühlschrank in einer Einbauküche: Ein sechs Jahre alter Kühlschrank muss hinter dieser Rechtssprechung vom Vermieter zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz mitfinanziert werden. So wird der finanzielle Vorteil der Vermieter wieder ausgeglichen.

Was können Mieter im Schadensfall tun?

Viele Mieter fragen sich, wie man sich im Schadensfall richtig verhält. Diese Angelegenheit ist keine einfache Sache und hat Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter. Sind die Schäden so gravierten, dass die Auswirkungen auf das Mietverhältnis haben könnten und diese umgehend beseitigt werden müssen, so sollte der Schaden rechtzeitig beim Vermieter angezeigt werden. Die Reparatur/Ersatz wird dann vom Vermieter beauftragt und der Mieter muss, wie oben beschrieben, die Kosten von alt zu neu tragen.

Parallel können Mieter prüfen ob und wie der Schaden von der Versicherungen übernommen werden kann. Achtung: Halten Sie sich an die gegebenen Frist der Versicherung. Im schlimmsten Fall kann deshalb die Regulierung ausgeschlossen werden.

Ergebnis

Schäden in der Wohnung führen oft zum Streitfall. Zumindest verärgert man so den Vermieter schnell und das zu hohen Kosten. Mieter sollten dennoch nicht ohne Vorbehalt zahlen. In den meisten Fällen kennen auch die Vermieter die Rechtssprechung nicht. Die Thematik „alt zu neu“ ist immer ein Anhaltspunkt den Mieter erwähnen müssen. Prüfen Sie deshalb jeden Schadensersatz und zu Not holen Sie sich professionelle Hilfe.

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